Theater Tiefrot präsentiert:
"Großer Wolf" 
von Harald Müller

Regie: Volker Lippmann

Premiere: 20.April 2024
20.00 Uhr

Wüst ist das Land, es ist Krieg. 
Das Land hat keine Städte und keine Landschaften mehr, es hat nicht einmal mehr einen Namen. 

Durchs Niemandsland irrt ein verlorenes Häuflein: eine Gruppe von Kindern und Halbwüchsigen, eine 'Kampfgruppe', in der jeder, logisch, nur noch einen Kampfnamen hat: Messer, Hübscher, Binde, Klumpe ... 

Eine Tragödie ist das Kriegsstück vom Großen Wolf, ein anderes Frühlingserwachen - in einem Ödland, in dem es längst keinen 'Frühling' mehr gibt. Wüst ist die Welt, verwüstet die Sprache. Wörter wie Waffen, Wörter wie Trümmer auf einem Ruinenfeld ... Sprache, die nicht Stimmung macht, nichts erklärt; Sprache, die zuschlägt und blutet. (Die Zeit)

WEGEN ERKRANKUNG DES SCHAUSPIELERS MUSS DIESE VERANSTALTUNG LEIDER AUSFALLEN
Gerd J. Pohl in 
"NOSFERATU - EIN MENUETT DER SCHATTEN" 

Aufführung der Theatercollage von Gisbert Franken

23. und 24. Februar 2023 jeweils um 19.00 Uhr



Nosferatu - ein Name, der seit Jahrhunderten Schrecken, Entsetzen und Abscheu erregt. Ein Ungeheuer aus vorgeschichtlicher Zeit, entstiegen jener Finsternis, die vor der Erschaffung des Lichts über der Urflut lag. Der Fürst der Dunkelheit, Erzfeind Gottes, Ahnherr aller Vampire. Ein Dämon, für den der Mensch nur Nahrung ist und der menschliche Körper nicht mehr als eine vorübergehende Heimstatt, damit der böse Geist unerkannt unter 
 Menschen wandeln und nach neuen Opfern suchen kann - gleich einem Virus, der einen Wirt braucht, um sich immer weiter verbreiten zu können. 

Professor Maximilian von Hassler hat sein Leben der Erforschung dieses Urübels verschrieben und ihr seine wissenschaftliche und geistliche Laufbahn geopfert. Denn seine beharrliche Weigerung, die Beschäftigung mit diesem unreinen Thema aufzugeben, hat ihn sowohl seinen theologischen Lehrstuhl als auch seine Befugnisse als Priester gekostet: Weder die Universität Greifwald noch der Vatikan waren bereit, seine - Zitat des Bischofs - "wahnhafte Jagd nach einem Phantom, das sowohl der biblischen Überlieferung als auch der kirchlichen Tradition widerspricht", zu dulden, geschweige denn wertzuschätzen. 

Am heutigen Abend jedoch soll sich das Blatt wenden, denn Professor von Hassler ist endlich in der Lage, Beweise für Nosferatus Existenz vorzulegen. Anhand alter Dokumente und Augenzeugenberichte wird er belegen, dass Nosferatu eben kein Hirngespinst des Aberglaubens und keine Märchengestalt ist, sondern bittere Wirklichkeit. Doch von Hassler ahnt nicht, dass er längst vom Jäger zum Gejagten geworden ist... 

Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilmklassiker "Nosferatu - eine Symphonie des Grauens" (1922) machte den Namen des schaurigsten aller Vampire auf der ganzen Welt bekannt. Mit seiner Theatercollage "Nosferatu - ein Menuett der Schatten" geht Autor Gisbert Franken nun der Frage nach, woher diese unheimliche Gestalt eigentlich einst kam - und wo sie heute wohl sein könnte. In vier meisterhaften Erzählungen begleiten wir Nosferatu durch die Jahrtausende und begegnen ihm unter anderem im apokryphen Buch Lilith und im mittelalterlichen Gotland zur Zeit der großen Pest. Wir begegnen ihm im barocken Venedig und in den Trümmern Berlins kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs - und schließlich mitten unter uns, von Angesicht zu Angesicht, an diesem denkwürdigen Theaterabend 100 Jahre nach der Uraufführung von Murnaus legendärem Film. 

Weitere Mitwirkende: Gerd J. Pohl (Schauspiel, Rezitation und Figurenspiel), Jürgen Maaßen (Figurenbau), AmöbenPank (Musik), Thomas Schmitt/Schmitt-Paramente Köln (Kostüm), Michel Osterritter (Bühnenbild und Requisite) sowie Ivan Toscanelli und Martin van Elten (Bühnenphotographie). 

Eine Produktion der Eremos-Literaturbühne und des Theaters im Puppenpavillon, Bergisch Gladbach.      

Fotos: Ivan Toscanelli



 

"ROSE"
von Martin Sherman

Deutsch von Inka M. Paul

Premiere: 

9. März 2024 
20.00 Uhr

Weitere Vorstellungen:
15.,16., und am 30. März jeweils 20.00 Uhr


"ROSE" von Martin Sherman ist das Stück der Stunde, obwohl es im Jahr 1999 spielt. 

Rose, eine 80jährige Jüdin, sitzt in ihrer Wohnung in Miami Shiv’a, die traditionelle jüdische Totenwache für nahe Angehörige. 

Wir erfahren zunächst nicht, um wen es sich bei der Verstorbenen handelt. Sie ist allein, aber die Geister ihrer Lebensgeschichte sind anwesend. Rose erzählt, dramatisch und mit feinem Humor, vom jiddischen Schtetl, vom Warschauer Ghetto, vom Verlust geliebter Menschen, von ihrer Fahrt auf der „Exodus“ nach Palästina und von ihrem Neuanfang in den USA. Und davon, wie ihre Kinder und Enkel sich in Israel an den verworrenen Fronten des Nahost-Konflikts positionieren müssen. 
Und schließlich auch, für wen sie Shiv’a sitzt. 


Regie:Roland Hüve

Schauspiel: Lena Sabine Berg
 

"West Flug"
nach dem Roman von Dato Turashvili:


Premiere:
4. Februar 2024 um 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen:
23., und 24. März jeweils um 19.30 Uhr


In Zusammenarbeit mit dem georgischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main und dem Verein deutsch-georgische Kulturbegegnung in Köln e.V. präsentiert das georgische Theaterensemble:
Das Theaterstück "West Flug"nach dem gleichnamigen Roman von Dato Turashvili 
 
Am 18. November 1983 scheiterte der Versuch einer Gruppe junger Menschen, ein Aeroflot-Flugzeug von Tiflis nach Leningrad in die Türkei umzuleiten. Das Vorhaben endete gewaltsam.

Bis heute gibt es in Georgien eine Debatte darüber, wer für die vielen Menschen verantwortlich ist, die bei der Erstürmung der Maschine ums Leben kamen: 

Die Flugzeugentführer, die vom sowjetischen Gericht als Terroristen eingestuft wurden, oder die mit aller Härte eingreifende KGB-Einheit. Die Todesstrafe für die erfolglosen Freiheitssuchenden und für den völlig unschuldigen Beichtvater, der als Anführer stigmatisiert wurde, (mit Ausnahme einer Teilnehmerin, dem 'schwangeren Mädchen') verursachte in der georgischen Gesellschaft ein ewiges Trauma. 

Jahrzehntelang herrschte Schweigen zu diesem zentralen Ereignis, obwohl allen Georgiern das traurige Schicksal der Entführer bekannt war. Erst 

David Turashvili, einer der bedeutendsten Schriftsteller Georgiens brachte die Geschichte wieder ans Licht. 

Das Stück wird auf Georgisch mit Untertitel (Deutsch)aufgeführt.


Schauspiel: 
Zaza Doksanovi, Beka Turmanidze, 
Valerian Mandzulashvili, Tamara Burduli 
Regie: Ioseb Bakuradze 
Musik: Sandro Nikoladze

"Lotte & die Tochter"

Premiere:
6.April 2024

Weitere Vorstellungen:
12. und 13. April jeweils 20.00 Uhr

Ein Theaterabend über das dramatische und aberwitzige Leben von Lotte Berk (1913- 2003). Lotte erfindet im London der 60er Jahre Fitnesskurse für Frauen und wird damit zum Star. Stark, selbstbewusst und lebenslustig beherrscht sie bald die Titelseiten. Ihre Tochter dagegen droht an der exzentrischen Diva zu zerbrechen, bis sie anfängt, in deren Fußstapfen zu treten…

Die Kölner Tänzerin Lotte Berk (1913 – 2003) flieht vor den Nazis nach London und kommt nicht mehr zur Ruhe. An ihre Vorkriegskarriere in Deutschland kann Lotte auf den britischen Inseln nicht mehr anknüpfen. Affären, Tabletten, Morphium und immer wieder Schokopralinen sorgen für kurze Glücksmomente. Lotte glänzt zwar weiterhin mit ihrem extravaganten Auftreten, dahinter lauert jedoch ein Abgrund. Auch ihreBeziehung zur Tochter Esther ist ein einziges tragisches Missverständnis. Bis die
Arbeitslosigkeit Lotte 1959 auf die Idee bringt, Fitnesskurse für Frauen anzubieten.
Frech, frivol und anstrengend wie Hochleistungssport wird bald in einem Keller für
das neue Körperideal geschwitzt. Lotte Berk wird zum Star und begründet einen weltweiten Boom, dem bis heute Millionen folgen. Sie rettet mit ihrer Disziplin ihr Leben und sie begeistert ihre Fans mit ihrem skurrilen Humor. Für ihre Tochter wird
sie zum Vorbild, zur besten Freundin und schließlich zur Rivalin. Denn auch Esther
eröffnet ein Studio für Fitnesskurse...

Ein Theaterabend gestaltet aus den Originalinterviews, Gesprächen und
aufgeschriebenen Erinnerungen von Lotte Berk und ihrer Tochter Esther Fairfax.

„Lotte Berk ist charismatisch, großartig und beängstigend. Zum Glück ist sie nicht
meine Mutter.“ 
(Eine Kursteilnehmerin im Lotte-Berk-Studio 1979)

Es spielen Chris Nonnast (Lotte) und Pia Luise Jahn (Esther). Kai Christiansen führt Regie und hat auch die Textfassung erstellt. 
Die Kostüme gestaltet Sonja Hesse. 
Die Produktion wurde gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Premiere in Frankfurt am Main war im Dezember 2023.


Hintergrund
Bei der Vorbereitung für einen Dokumentarfilm über Lotte Berk findet der Filmemacher Kai Christiansen zahlreiche Berichte aus Zeitungen und Zeitschriften und spricht auch persönlich mit deren Tochter Esther Fairfax. 
Beide Frauen haben sich umfassend über ihr Leben geäußert: Lotte Berk meist in Interviews, aber auch in einem langen Gespräch mit einem ihrer Enkel. 
Esther Fairfax hat zudem viel Autobiographisches aufgeschrieben und zum Teil veröffentlicht. Daraus entsteht die
Idee, einen Theaterabend über die Beziehung der beiden zu gestalten. 

Das Stück beruht auf Antworten und Texten beider Frauen, ist aus dem Englischen übersetzt
und erlaubt sich immer wieder ein paar Freiheiten, ohne den Sinn zu verändern.
 

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